17.8.17: Bildungsmonitor 2017 - Schleswig-Holstein bleibt im roten Bereich

Schon zum dritten Mal in Folge erreicht Schleswig-Holstein im Bildungsmonitor-Vergleich der Bundesländer nur Platz 13 von 15.

„Offenbar haben die Versuche der vergangenen Jahre, mehr Qualität im Unterricht zu etablieren, bisher nicht gefruchtet“, kommentiert Peter Golinski, Geschäftsführer für Bildung bei den Arbeitgeberverbänden der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie NORDMETALL und AGV NORD.

Erfreulich sei immerhin, dass in Schleswig-Holstein nur wenige Kinder verspätet eingeschult werden oder eine Klasse wiederholen müssen und dass das Land auch beim Thema Bildungsarmut ganz ordentlich da stehe. „Aber diese wenigen Lichtblicke ändern leider nichts an den großen Verbesserungsbedarfen bei den Hochschulabsolventen, den MINT-Fächern, der Ganztagsquote und den Betreuungsbedingungen“ meint der Bildungsexperte.

„Statt nun an den Schulstrukturen herum zu schrauben sollten sich die Bildungspolitiker in Schleswig-Holstein auf den Ausbau der Ganztagsbetreuung in Kita, Grundschule und Sekundarstufe I konzentrieren. Mehr Lehrereinstellungen für eine bessere Schüler-Lehrer-Relation in der gymnasialen Oberstufe und den berufsbildenden Schulen wären sehr hilfreich“, sagt Peter Golinski. Im Hochschulbereich gebe es zu wenig Personal und zu wenig Studierende in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik.

Die einzelnen Ergebnisse für Schleswig-Holstein finden Sie hier.

Die gesamte Studie finden Sie hier.


Hintergrund:
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln stellt in diesem Jahr zum 14. Mal im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft den Bildungsmonitor für alle 16 Bundesländer vor. Die anhand von 12 Handlungsfeldern und 93 Indikatoren gefertigte Studie ermittelt seit 2004, inwieweit ein Bundesland die Bildungsteilhabe verbessert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert.