17.8.17: BDA - MINT-Förderung: Rollenbilder und Klischees

Studie zur Geschlechterdarstellung in Film und Fernsehen in Deutschland

Eine Studie der Universität Rostock hat die Rollen von Frauen und Männern in fiktionalen Produktionen, Unterhaltungsformaten, journalistischen und dokumentatorischen Beiträgen sowie im Kinderfernsehen untersucht. Sie finden die Studie als Anlage.

Die BDA setzt sich dafür ein, Rollenklischees in der Gesellschaft aufzubrechen, um noch mehr Frauen für den Arbeitsmarkt und insbesondere mehr Frauen und Mädchen für technische Branchen und Führungspositionen und mehr Männer für soziale Berufe zu gewinnen. Aus diesem Grund unterstützt die BDA u. a. die Website www.klischee-frei.de sowie den Girls'Day und Boys'Day.

Auch der diesjährige Arbeitgeberpreis für Bildung hat das Motto "Entwickle deine Zukunft! Mädchen und Frauen für Technik und Digitalisierung begeistern". Gesucht werden erfolgreiche Praxisbeispiele in den vier Kategorien: Frühkindliche Bildung, Schulische Bildung, Berufliche Bildung und Hochschulische Bildung, die zeigen, wie sie das Interesse und die Motivation von Mädchen bzw. jungen Frauen für Technik und Digitalisierung gezielt unterstützen und Zukunftskompetenzen nachhaltig fördern. Der Preis ist in jeder Kategorie mit 10.000 € dotiert. Bewerbungsschluss ist am 15. August 2017. Den Flyer finden Sie als Anlage.

Während sich die Situation von Frauen am Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hat und sich die Erwerbsbiografien von Frauen und Männern weiter angleichen, bestehen in Film und Fernsehen laut der Studie große Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Frauen bzw. weibliche Figuren sind deutlich weniger vertreten. Dies belegt erstmals die Studie "Audiovisuelle Diversität? Geschlechterdarstellung in Film und Fernsehen Deutschland" der Universität Rostock. Als Grundlage für die Studie dient eine detaillierte Analyse von über 3.000 Stunden TV-Programm aus dem Jahr 2016 und über 800 deutschsprachigen Kinofilmen aus den letzten sechs Jahren.

Nachfolgend finden Sie einige Ergebnisse:

  • Frauen sind unterrepräsentiert: Durchschnittlich ist das Verhältnis von Frauen zu Männern 1:2.
  • Alters-Gap: Wenn Frauen vorkommen, dann als junge Frauen. Ab 30 Jahren kommen Frauen sukzessive seltener vor.
  • Informationsformate sind männlich dominiert: Männer werden deutlich häufiger in der Rolle der Experten, Gameshow-Moderatoren, Journalisten und Sprecher gezeigt.
  • Im Kinderfernsehen gibt es massive Unterschiede: Durchschnittlich ist nur eine von vier Figuren weiblich. Tierfiguren und sprechende Pflanzen sind zu 90 % männlich. Frauen kommen meist als Feen, Hexen oder Mütter vor.

Zwei Artikel in der Süddeutschen Zeitung und im Tagesspiegel befassen sich mit der Studie und zeigen weitere Ergebnisse auf: