12.8.19: Modernisierung der IT-Berufe: Aktueller Stand

Ergänzung des Ausbildungsberufs IT-Fachinformatiker/-in um zwei neue Fachrichtungen. Inhaltliche Weiterentwicklung der zwei kaufmännischen IT-Berufe. Ausweitung der elektrotechnischen Ausbildungsinhalte beim IT-Systemelektroniker. Einführung der gestreckten Abschlussprüfung für alle vier IT-Berufe.

Um die Chancen der digitalen Transformation nutzen zu können, brauchen Unternehmen die richtigen Fachkräfte. Daher sind 1997 – noch bevor die Digitalisierung in aller Munde und als Amazon noch ein relativ unbekannter elektronischer Buchhändler war – die IT-Berufe als branchenübergreifende Ausbildungsberufe geschaffen worden.

Der Erfolg der IT-Berufe zeigt sich am Fachinformatiker: Hier ist die Anzahl der neu-abgeschlossenen Ausbildungsverträge von knapp 2.000 im Jahr 1997 in 20 Jahren um gut 735 % auf über 13.000 angestiegen.

Auch wenn die festgelegten Strukturen und Inhalte der IT-Berufe den Unternehmen eine erfolgreiche Qualifizierung von IT-Fachkräften ermöglichen, war deren Modernisierung nach über 20 Jahren angezeigt. Die Sozialpartner haben sich hierfür auf ein zweistufiges Verfahren geeinigt. In der ersten Stufe wurden die Ausbildungsinhalte der IT-Berufe 2018 im Zuge einer Teilnovellierung ergänzt, im Wesentlichen um Aspekte der IT-Sicherheit. Für die zweite Stufe hat man sich darauf geeinigt, dass die IT-Berufe im Zuge eines ordentlichen Neuordnungsverfahrens umfassend modernisiert werden.

  • Ergänzung des Ausbildungsberufs IT-Fachinformatiker/-in um zwei neue Fachrichtungen:
    Fachrichtung „Digitale Vernetzung“ für die Ausbildung von Fachkräften, die an Netzwerkinfrastrukturen und Schnittstellen zwischen Netzwerkkomponenten und Cyber-Physischen Systemen arbeiten
    Fachrichtung „Daten- und Prozessanalyse“ für die Ausbildung von Fachkräften, die IT-technische Lösungen für zunehmend datengetriebene digitale Produktions- und Geschäftsprozesse entwickeln
  • Inhaltliche Weiterentwicklung der zwei kaufmännischen IT-Berufe:
    Informatikkaufmann/-frau wird in Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement unbenannt und gleichzeitig wird das Profil branchenübergreifend auf die Digitalisierung von Geschäftsprozessen neu ausgerichtet
    IT-System-Kaufmann/-frau wird in Kaufmann/-frau für IT-Systemmanagement umbenannt und das Profil noch stärker auf die Vermarktung und das Anbieten von IT-Dienstleistungen ausgerichtet
  • Ausweitung der elektrotechnischen Ausbildungsinhalte beim IT-Systemelektroniker
  • Einführung der gestreckten Abschlussprüfung für alle vier IT-Berufe

Nachdem Anfang Juli die letzte Sachverständigensitzung im Zuge des Neuordnungsverfahrens stattgefunden hat, ist die inhaltliche Arbeit der Sachverständigen abgeschlossen. Anbei zu Ihrer Information eine gemeinsame Präsentation von Kuratorium der deutschen Wirtschaft für Berufsbildung (KWB) und der Gewerkschaft DGB, die uns über die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände erreichte. Diese gibt einen ersten Überblick über die wesentlichen Ergebnisse des Verfahrens.

Da die Ergebnisse noch im Zuge der Rechtsförmlichkeitsprüfung durch das BMJV überprüft und durch die Verordnungsgeber sowie den BIBB-Hauptausschuss bestätigt werden müssen, können derzeit keine detaillierten Informationen weitergegeben werden. Sobald das Neuordnungsverfahren offiziell abgeschlossen ist, informieren wir Sie zeitnah über das abschließende Ergebnis.

Die Veröffentlichung der Verordnung im Bundesgesetzblatt ist geplant für Frühjahr 2020 und das Inkrafttreten zum 1. August 2020 und somit zum Start des Ausbildungsjahres 2020 / 2021.