12.12.19: Arbeitszeit Ost - Gesprächsabbruch durch IG Metall gefährdet Flächentarif

„Zum dritten Mal hat die verhandlungsführende IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen die Tarifpartner-Gespräche zur Arbeitszeit Ost in der M+E-Industrie abgebrochen."

„Damit gefährdet sie die Tarifbindung und schwächt die Attraktivität des Flächentarifs“, sagt NORDMETALL-Präsident Thomas Lambusch nach dem Gewerkschaftsrückzug vom 11. Dezember.

„Es hat in den vor fast 21 Monaten begonnenen Gesprächen zur Einführung der 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland in vielen Punkten Einigkeit zwischen den Verhandelnden vor Ort gegeben - etwa über den flächendeckenden Start ab 2031, über die Möglichkeit einzelner Betriebe, diesen Beginn freiwillig vorzuziehen, wenn die entstehenden Kosten teilweise und befristet ausgeglichen werden, sowie über Instrumente, um das heutige Arbeitszeit-Volumen durch freiwillige Betriebsvereinbarung sichern zu können“, so der Rostocker Unternehmer Lambusch, der die Gespräche mit geführt und in der Arbeitgeberkommission die Interessen der Mitglieder in Mecklenburg-Vorpommern vertreten hat. Wenn nun andernorts etwa anderes behauptet würde, sei dies unzutreffend.
Gescheitert sei eine Einigung nach Eindruck der Arbeitgeber an einer uneinheitlichen Haltung der IG Metall: „Wir befürchten, dass die Frankfurter Gewerkschaftszentrale nicht bereit war, den Verantwortlichen im Osten und insbesondere den Betriebsräten vor Ort mehr Mitsprache über die Arbeitszeit in ihren Unternehmen zu geben.
Statt des Einstiegs in die 35-Stunden-Woche für alle droht nun der von der IG Metall angekündigte Häuserkampf für wenige“, so Lambusch weiter. „Das schwächt die Tarifbindung und den Standort Ostdeutschland.“ Die Arbeitgeber blieben daher weiter gesprächsbereit, einen tariflichen Rahmen zu finden, der den Flächentarif stärkt und zugleich passgenaue betriebliche Lösungen ermöglicht.