12.1.18: Girls’Day Akademie begeistert Mädchen für Technik

„Mehr Anlagenmechanikerinnen statt Arzthelferinnen“ umreißt Joyce Müller-Harms das Ziel der GirlsʼDay Akademie Hamburg, deren zweiter Jahrgang gerade Halbzeit feiert und dabei den Gabelstaplerhersteller STILL besucht. 

Das Projekt bietet Schülerinnen der neunten Klassen jede Woche vielfältige Einblicke in die Berufs- und Ausbildungspraxis in der Metall- und Elektroindustrie. „Bei uns steht Fräsen statt Frisieren und Maschinen bauen statt Blumen binden auf dem Programm“, erklärt die Abteilungsleiterin für Berufsbildung und Arbeitsmarkt des Arbeitgeberverbandes Nordmetall, der die GirlsʼDay Akademie zusammen mit der Agentur für Arbeit fördert.

Seit den Sommerferien haben die 15 Mädchen den Flughafen und Airbus kennengelernt, haben gesehen, wie bei Hauni Maschinen gebaut werden und aus Obst und Elektronik einen Controller für Computerspiele gebaut. Im zweiten Halbjahr stehen unter anderem Schiffbau, Soft Skills und das Schülerforschungszentrum auf dem Programm. 

Ich finde gut, dass man bei der GirlsʼDay Akademie viel für die Zukunft lernt“ meint die sechzehnjährige Madeleine Müller von der Gretel-Bergmann-Schule und ihre Klassenkameradin Leen Alkoushk (15) ergänzt: „Mir gefällt es, weil ich typische Männerberufe kennenlernen will.“ Darüber freut sich Sten-Arne Saß, Leiter Berufsausbildung bei STILL, denn eines seiner Ziele ist, mehr Mädchen für die gewerblich-technische Ausbildung zu begeistern. „Junge Frauen bereichern durch ihren anderen Blickwinkel und andere Herangehensweisen die Ausbildung in besonderem Maße. Und unser Bedarf an guten Auszubildenden steigt stetig, allein in Hamburg bilden wir jedes Jahr rund 30 junge Menschen im gewerblich-technischen Bereich aus.“ 

Die Agentur für Arbeit Hamburg unterstützt die Girls’Day Akademie im Rahmen der vertieften Berufsorientierung. „Ziel ist es, Mädchen möglichst nah an technisch-handwerkliche Arbeitsinhalte heranzuführen. Also ganz praktisch im Betrieb Technik und damit technische Berufe erlebbar und fühlbar zu machen, um letztlich mehr junge Frauen für eine Berufsausbildung oder ein Studium in diesem Bereich zu gewinnen“, erklärt Grit Behrens, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Hamburg.

Hintergrund:

Die Akademie wurde aus dem Girls’Day heraus entwickelt, an dem jedes Jahr tausende Schülerinnen wertvolle Einblicke in technisch-naturwissenschaftliche Berufe in Unternehmen erhalten. Da ein Tag für eine intensive Auseinandersetzung mit den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) nicht ausreicht, wurde das GirlsʼDay Konzept mit der GirlsʼDay Akademie verstetigt. Schirmherrin ist Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration