10.5.17: Studie zu regionalen Fachkräfteengpässen des Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung

Unternehmen finden hierzulande immer schwerer Fachkräfte: Deutschlandweit können Firmen bereits etwa jede zweite Stelle nur schwer besetzen. Unternehmen, Jugendliche und Arbeitslose müssen flexibler werden.

In Westdeutschland geht voraussichtlich rund jeder dritte Arbeitnehmer in den kommenden 15 Jahren in Rente. In Ostdeutschland sind es in manchen Regionen sogar bis zu 42 Prozent – besonders die ländlichen Gebiete sind stark betroffen. Und im Osten wird sich die Lage zudem noch schneller zuspitzen, denn dort können die Unternehmen auch überdurchschnittlich viele Ausbildungsplätze nicht besetzen. In manchen Regionen blieben 2016 bis zu 25 Prozent aller Lehrstellen unbesetzt.

Abhilfe schaffen könnte eine stärkere Mobilität von Auszubildenden und Arbeitslosen. Denn oft gibt es zwar geeignete Kandidaten und Fachkräfte – nur nicht immer in der Region, in der sie gesucht werden. So zeigt die IW-Studie, dass deutschlandweit rund 42.700 Stellen besetzt werden könnten, wenn Arbeitslose und Jugendliche mobiler wären und das Bundesland wechseln würden. Deshalb sollte die Politik handeln und Arbeitslose bei Umzügen stärker unterstützen. Auch die Unternehmen können mehr tun. Mittelständler müssen mehr überregional suchen und Kandidaten mehr bei der Wohnungssuche helfen.

Das vorliegende Gutachten des IW Köln gibt erstmals eine Übersicht über die regionale Verteilung von Fachkräfteengpässen differenziert nach Anforderungsniveaus in Deutschland. Sie analysiert die Fachkräftesituation in 1.296 Berufen für 156 Arbeitsmarktregionen und gibt konkrete Informationen über die Fachkräfteversorgung vor Ort.