10.5.16: „Gewerkschafts-Folklore statt vernünftige Verhandlungen“

NORDMETALL-Präsident Lambusch zu 24-Stunden-Warnstreiks und Gewerkschafts-Aktionstag.

Thomas Lambusch, Präsident von NORDMETALL, hat den Aktionstag der IG Metall verurteilt: „Was da als Warnstreiks über 24 Stunden inszeniert wird, ist verantwortungslose Gewerkschaftsfolklore: Viele Betriebe im Norden, die ohnehin unter Auftragsrückgängen und der schwächelnden Weltkonjunktur leiden, werden durch eine ganztägige Lahmlegung zusätzlich belastet. Das erhöht den Kostendruck erneut, nimmt weitere Spielräume für Lohnerhöhungen und gefährdet am Ende Arbeitsplätze“, so Lambusch.  

Der Verhandlungsführer der norddeutschen M+E-Arbeitgeber in der Tarifrunde 2016 appellierte an die IG Metall, an den Verhandlungstisch zurückzukehren: “Die Gewerkschaften irren, wenn sie glauben, dass sie Mitgliederschwund und Bedeutungsverlust mit solchen Happening-Tagen aufhalten können. Das würde viel eher mit einer verantwortungsvollen Verhandlungstaktik funktionieren, die ihren Mitgliedern die Arbeitsplätze und bessere Einkünfte sichert“, so Lambusch.

Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie haben dazu an bisher drei Verhandlungstagen der Tarifrunde 2016 zwei Angebote vorgelegt, das letzte Ende April: Es sieht für die 110.000 Beschäftigten rückwirkend ab dem 1. April 2016 eine tabellenwirksame Entgelterhöhung in zwei Stufen für 24 Monate vor. Die Einkommen sollen um insgesamt 2,1 Prozent sowie zusätzlich eine Einmalzahlung in Höhe von 0,3 Prozent steigen. Die Einmalzahlung als Wettbewerbskomponente erhöht die Arbeitskosten der Unternehmen nicht dauerhaft. Das bundesweit abgestimmte Verhandlungsangebot würde das Durchschnittseinkommen der norddeutschen Metaller auf rund 53.000 Euro im Jahr erhöhen.