10.3.16: Nordmetall-Arbeitgeber: „Abgehobene Forderung zur Unzeit“

Die Nordmetall-Arbeitgeber haben heute zum Auftakt der Metall- und Elektro-Tarifrunde 2016 die 5 Prozent-Entgelt-Forderung der IG Metall Küste als „abgehoben und unverantwortlich“ zurückgewiesen.

Angesichts internationaler Krisen, einbrechender Märkte und einer verstärkten Tendenz zu Investitionen im Ausland käme diese Forderung „zur Unzeit“, so Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch in Oldenburg.

Die Verhandlungen müssten erst mal dazu genutzt werden, um die Faktenlage anzuerkennen, so der Rostocker Unternehmer: „Die Lohnstückkosten steigen, der Exportmotor stottert besonders im Maschinenbau und die Aussichten für 2016 trüben sich ein. Neue Höhenflüge bei den Löhnen würden noch mehr Unternehmen ins Ausland treiben: Die Arbeitsstunde kostet im verarbeitenden Gewerbe Polens 7,20 Euro, in Bulgarien sogar nur 3,20 Euro, während wir in Deutschland schon 2014 bei 37 Euro lagen“, sagte Lambusch. Bedauerlicherweise gebe es bisher keine Anzeichen dafür, dass die IG Metall diese Situation überhaupt zur Kenntnis nehme.  

Nach ihrer eigenen Rechenformel - gesamtwirtschaftliche Produktivität plus Inflation - dürfte die IG Metall gerade 0,7 Prozent verlangen. Mit der 5 Prozent-Forderung setze die Gewerkschaft stattdessen zu einem unverantwortlichen Höhenflug an, so Lambusch weiter: „Nur weil einzelne Unternehmen in der Luftfahrt- oder Autobranche gut dastehen, kann die gesamte Metall- und Elektroindustrie noch längst keinen abgehobenen Flächentarif vertragen“.     

Die zweite Tarifverhandlung im Norden findet am Donnerstag, dem 14. April 2016, in Hamburg statt.