10.10.17: „Die IG Metall gefährdet das Fundament unserer Wirtschaft“

Die heute veröffentlichte Forderungsempfehlung des IG Metall Vorstandes über 6 % Entgelterhöhung sowie Arbeitszeitverkürzung mit einem Entgeltzuschuss weist NORDMETALL-Präsident Thomas Lambusch entschieden zurück: „Was die IG Metall fordert, gefährdet das Fundament der Metall- und Elektroindustrie.“

Statt die Arbeit zu verknappen und die Arbeitskosten weiter zu erhöhen, müssten alle Kräfte auf die anstehenden Herausforderungen konzentriert werden, mahnte Lambusch. "Angesichts von Digitalisierung, Globalisierung und Klimawandel steht unsere Industrie vor historischen Umwälzungen. Lohnsteigerungen in der geforderten Höhe plus Minderarbeit bei teilweisem Lohnausgleich wäre ein ungedeckter Wechsel für die Zukunft unserer Branche."

„Zukunft statt zu teuer“ – mit dieser Botschaft stellen sich die M+E-Arbeitgeber an der Küste daher auch der IG Metall entgegen. Schon seit Jahren lägen in der Branche die Lohnzuwächse deutlich über dem Produktivitätsfortschritt, was Investitionen behindere, den Standort schwäche und Arbeitsplätze unsicherer mache, erklärt Lambusch. „In der Industrie wie im Privatleben gilt: Man kann nur ausgeben, was man vorher erwirtschaftet hat. Und wir können nur Arbeit bezahlen, die auch tatsächlich geleistet wurde.“ Einen Teilentgeltausgleich lehnten die Arbeitgeber daher kategorisch ab. „Die Rechnung der Gewerkschaft, die Auszeiten einiger weniger Arbeitnehmer durch kollektiven Gehaltsverzicht aller Beschäftigten zu finanzieren, dürfte ohnehin nicht aufgehen“, glaubt Lambusch.

Bei einem generellen Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung für alle würden noch mehr Aufträge liegen bleiben und noch mehr Fachkräfte fehlen, warnte Lambusch. „Die Unternehmen unterstützen flexible Arbeitszeiten, aber diese müssen nicht nur verringert, sondern auch erhöht werden können, um den Bedürfnissen der Beschäftigten und Betrieben gleichermaßen Rechnung zu tragen. Wir brauchen eine moderne Tarifpolitik für die Arbeitswelt 4.0 und keine Arbeitszeit-Umverteilungs-Debatten wie im vorigen Jahrhundert.“