9.1.18: Senkung und Entwicklung des Rentenbeitragssatzes

Der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung ist zum 1.1.18 von 18,7 % auf 18,6 % gesunken. In der knappschaftlichen Rentenversicherung sank der Beitrag von 24,8 % auf 24,7 %. 

Dies geht aus der vom Bundeskabinett mit Zustimmung des Bundesrates beschlossenen „Beitragssatzverordnung 2018“ hervor. Die Senkung des Beitragssatzes um 0,1 % ist die gesetzlich angeordnete Folge der hohen Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenversicherung von geschätzt 32,9 Milliarden Euro, die die Monatsausgaben der Rentenkasse derzeit um das 1,59-fache übersteigt. Die hohe Nachhaltigkeitsrücklage beruht wiederum auf den unerwartet hohen Beitragseinnahmen der Rentenversicherung dank weiter steigender Löhne und Beschäftigtenzahlen.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen durch den geringeren Beitragssatz seit dem 01.01.2018 jeweils nur noch 9,3 % statt wie bisher 9,35 % des beitragspflichtigen Einkommens. Damit steigt das Nettoeinkommen der Arbeitnehmer.

Der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung hat sich seit dem Jahr 2007 stetig nach unten entwickelt:

  • 2007 – 2011:  19,9 %
  • 2012:             19,6 %
  • 2013 – 2014:  18,9 %
  • 2015 – 2017:  18,7 %
  • 2018:             18,6 %

Auch bis 2030 ist die Rentenversicherung nach dem Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung 2017 gut aufgestellt. Dieser Bericht enthält Modellrechnungen zur Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben sowie des zur Aufrechterhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Nachhaltigkeitsrücklage erforderlichen Beitragssatzes in den künftigen Jahren. Die Modellrechnungen basieren dabei auf dem zur Zeit der Verabschiedung des Berichts geltendem Recht. Nach der sog. „Mittleren Variante“ ergeben sich für die allgemeine Rentenversicherung in den folgenden Jahren folgende Beitragssätze:

  • 2017:            18,7 %
  • 2018 - 2022: 18,6 %
  • 2023:            18,7 %
  • 2024:            19,8 %
  • 2025:            20,1 %
  • 2026:            20,2 %
  • 2027:            20,6 %
  • 2028:            21,0 %
  • 2029:            21,3 %
  • 2030:            21,6 %

Nach dieser Rechenvariante bleibt der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung bis zum Jahr 2022 stabil. Ab dem Jahr 2023 wird der Rentenbeitragssatz jedoch stufenweise wieder ansteigen. Den Ergebnissen des „Rentenversicherungsberichts 2017“ liegen für den 5-Jahreszeitraum (2017 – 2022) die nachfolgenden Annahmen zur Entgelt- und Beschäftigungsentwicklung zugrunde:

Anstieg der Arbeitsentgelte (Bund):

  • 2017: 2,5 %
  • 2018: 2,7 %
  • 2019: 2,8 %
  • 2020: 2,9 %
  • 2021: 2,9 %

Veränderung der Beschäftigtenzahlen (Bund):

  • 2017: 1,7 %
  • 2018: 1,2 %
  • 2019: 0,9 %
  • 2020: 0,3 %
  • 2021: 0,3 %

Zahl der Arbeitslosen (Bund):

  • 2017:          2.536 Mio.
  • 2018:          2.466 Mio.
  • 2019-2021: 2.440 Mio.

Nach den Modellrechnungen steigen die Renten bis zum Jahr 2031 um durchschnittlich 2,2 % pro Jahr.

Hier können Sie die „Beitragssatzverordnung 2018“ und den „Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung 2017“ herunterladen.