3.7.15: Duales System weiterentwickeln

Analysen, Daten und Impulse zur Weiterentwicklung der beruflichen Bildung im Jahresbericht 2014 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Wie muss die berufliche Bildung auf den anhaltenden Akademisierungstrend reagieren? Was bewirken Inklusion, Internationalisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt für die Berufsbildung? Und was bedeutet die zunehmende Heterogenität, also die Unterschiede in den persönlichen Ausbildungsvoraussetzungen, für die Zukunft der dualen Berufsausbildung? Die berufliche Bildung muss sich unter veränderten Rahmenbedingungen vielfältig bewähren. Über Analysen, Daten und Impulse zur Weiterentwicklung der beruflichen Bildung informiert der Jahresbericht 2014 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). "Deutschland benötigt auch in Zukunft das duale System, und das ist der Grund, um es weiterzuentwickeln", betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. "Tragfähige Lösungen sind gefragt, um die Einmündungschancen aller Jugendlichen zu verbessern, Studienaussteigern attraktive Berufswege in der dualen Ausbildung zu eröffnen sowie die Passungsprobleme und die sich verändernden Anforderungen an berufliche Bildung zu bewältigen."

Der BIBB-Jahresbericht gibt exemplarisch Einblick in wesentliche Bereiche der Forschungs-, Entwicklungs- und Beratungsarbeit des BIBB im vergangenen Jahr. Er enthält eine Auswahl von Beiträgen und Analysen zu Projekten und Dienstleistungen, die das BIBB für Wissenschaft, Praxis und Politik erstellt hat und zeigt Anknüpfungspunkte für die künftige Arbeit auf:

  • Durch 33 eigen- und drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte wurden wichtige Struktur- und Entwicklungsdaten bereitgestellt. Die Ergebnisse schlagen sich unter anderem im Datenreport und   dem Berufsbildungsbericht sowie einer steigenden Zahl referierter Veröffentlichungen nieder. Erstmals wurde im Jahr 2014 eine Stiftungs-Juniorprofessur an der Universität zu Köln zur soziologischen Berufsforschung eingerichtet und besetzt.
  • Mit dem Berufsorientierungsprogramm sowie den Ergebnissen der vom BIBB betreuten Modellversuche "Heterogenität" und "Berufliche Bildung für eine nachhaltige Entwicklung" wurden wichtige Akzente zur Fortentwicklung dualer Ausbildung gesetzt.
  • Seit dem 1. August 2014 kann im neuen Beruf "Kaufmann/-frau für Büromanagement" ausgebildet werden - ein Beispiel für die neuen oder modernisierten Aus- und Fortbildungsordnungen, die im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht werden konnten.
  • Auswertungen des BIBB-Expertenmonitors Berufliche Bildung 2014 ergeben unter anderem, dass Bildungsfachleute in Studienaussteigerinnen und -aussteigern eine Chance für das duale System sehen. Die Fachleute halten es insbesondere für erforderlich, die Kontakte zwischen Studienaussteigenden und interessierten Betrieben zu fördern und favorisieren dabei Modelle auf Bundesebene in Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort.
  • Analysen zur Situation Jugendlicher mit Migrationshintergrund auf dem Ausbildungsmarkt zeigen Handlungsansätze auf. So verdeutlichen BIBB-Studien, dass der Übergang in duale Berufsausbildung für junge Migrantinnen und Migranten die entscheidende Hürde ist. Unter gleichen Bedingungen sind zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund keine Unterschiede im Ausbildungserfolg erkennbar. Strategien für einen verbesserten Zugang und zur Unterstützung im Ausbildungsverlauf sind daher von besonderer Bedeutung.
  • Erhebungen des BIBB haben ergeben, dass sich berufliche Aufstiegsfortbildung lohnt - und warum Männer den Nutzen stärker einschätzen als Frauen.
  • Die 2013 initiierte Zentralstelle für internationale Berufsbildungskooperation im BIBB firmiert nunmehr unter dem Namen "GOVET - German Office for International Cooperation in Vocational Education and Training". Der Jahresbericht stellt Ergebnisse und Perspektiven der vielfältigen internationalen Vernetzungen und Projekte vor.
  • Das BIBB unterstützt und begleitet die Umsetzung des Anerkennungsgesetzes. So machten vom Anerkennungsportal über eine Million Besucherinnen und Besucher Gebrauch. Das sind mehr als doppelt so viele Personen wie im Jahr zuvor.
  • Das zentrale Standbein des BIBB-Informationsangebotes, der Internetauftritt mit über 500.000 Seiten, wurde einem umfassenden Relaunch unterzogen. Unter www.bibb.de findet sich ein moderner Internet-Auftritt, der aktuellen Nutzungsgewohnheiten entspricht.
  • Große Beachtung, auch über die Ländergrenzen hinweg, erzielte 2014 der BIBB-Kongress in Berlin zum Thema "Durchlässigkeit" mit mehr als 800 Teilnehmenden aus über 30 Ländern.

Der Jahresbericht kann kostenlos unter www.bibb.de/jahresbericht heruntergeladen werden. Die gedruckte Ausgabe mit der Bestell-Nr. 09.234 kann - ebenfalls kostenlos - bestellt werden beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Arbeitsbereich 1.4 - Publikationsmanagement, 53142 Bonn oder über vertrieb@bibb.de